Posts Tagged Klebstoff Auswahl

Kleben – aber richtig. Leitfaden vom Fachmann. Hersteller geben Wissen preis.

Der Industrieverband Klebstoffe (das sind wir Klebstoffhersteller) hat mit seinem langjährigen Ausbildungs-Partner, dem Fraunhofer IFAM, den Leitfaden “Kleben – aber richtig” entwickelt (und natürlich auch bezahlt).  Handwerks- aber auch  Industriebetriebe und natürlich interessierte Privatanwender finden hier kompakt Informationen rund um die Kleberei.

Meinen Blog-Lesern werden viele Dinge bereits bekannt vorkommen – und sie werden aber noch viele nützliche Details entdecken. Versprochen!

Klebstoffe werden heute nahezu in allen Bereichen eingesetzt und lösen verstärkt Füge- und Dichtprobleme. Uns Herstellern ist es fast nicht mehr möglich alle Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten zu überblicken. Unmöglich ist es uns allen, insbesondere die vielfältigen, meistens aber hoch interessanten, Einzellösungen in den Datenblättern zu berücksichtigen.

Oftmals ist aber der Entscheidungsprozess und die Findungsphase sehr ähnlich. Wie im Blogbericht Klebstoffauswahl in der Industrie starten wir bei Planung oftmals mit der Frage:” Was wird ES denn, wenn es fertig ist, und was muß ES aushalten?

Diese und andere Fragen, fachlich und wissenschaftlich etwas besser aufbereitet, führen Sie bei Entwicklung und Fertigung eines imaginären Produktes Schritt für Schritt zum Ziel.  Alle Phasen von der Idee über die Umsetzung bis zum Errichten einer optimalenFertigung werden hier vermittelt.

Dr. Axel Heßland, technischer Geschäftsführer des Verbandes:

“Die Durchführung aller erforderlichen Prozessschritte und die Einhaltung der korrekten Reihenfolge bedeuten an sich schon ein nicht zu unterschätzendes Maß an Qualitätssicherung.”

Gerade weil ich sowohl mit Axel Heßland vom IVK als mit Prof. Andreas Groß vom IFAM zusammen in technischen Ausschüssen sitze und dieses Projekt im vergangenen Jahr hautnah verfolgt habe, freue ich mich riesig über den Abschluß dieses Gemeinschaft-Projektes.

Endlich wird Fachwissen für die Breite zugänglich.

Ganz amerikanisch:

SHARE IT!

Super!

Aber nun zum Download und der Möglichkeit, Ihre Klebeanwendungen zu optimieren und eventuell NEUE zu entdecken. Wir freuen uns darauf.

http://leitfaden.klebstoffe.com/index.php

Wenn es Ihnen gefällt und hilft, dann teilen Sie es uns bitte mit und empfehlen uns weiter. Wir freuen uns darauf. Falls Sie Verbesserungswünsche und Vorschläge haben selbstverständlich auch.

, , , , , , , , , , , , ,

Keine Kommentare

Klebstoff-Auswahl ist entscheidend, insbesondere beim Wunden (ver)-kleben

Bei der Ratgeber Community, so heißt das neudeutsch nun mal, ‘gutefrage.net’ wurde nachstehende Frage gestellt, die gewagte Antwortversuche auslöste. Frage vorab – unser Statement folgt im Anschluss.

Ich habe mal gehört, dass man offene Wunden mit UHU zusammen kleben kann, damit es sofort aufhört zu Bluten. Meine Frage nun: Ist das nicht gesundheitsschädlich? Ich habe das mal gegoogelt und habe herausgefunden, dass es früher für medizinische Zwecke verwendet wurde. Aber geht das noch mit dem heutigen Kleber? Und entstehen dadurch kleinere Narben? Weil die Wunde ja gleich verschlossen wird?

Freue mich auf jede ernstgemeinte Antwort. :)
Die richtigte Antwort findet sich in unserem Blogbericht , der völlig überraschend  schon über zwei Jahre alt ist oder in medizinischer Fachliteratur.

Ich musste hier nochmals auf das Thema, das die Menschheit beschäftigt, aufmerksam machen um so Schlimmeres zu verhindern. Insbesondere Eltern und deren  Kindern ist dringend davon abzuraten Experimente mit der flinken Flasche oder anderen namhaften Produkten des großen Herstellers UHU eigene ‘Faust’ zu starten. Ich weiß von was ich rede, nachdem meine Kleinste gestern eingeschult wurde.

Ausschließlich Produkte der CA-Gruppe (Nummern stehen für unterschiedliche Viskositäten) würden sich für solche Notfälle eignen. Interessant ist, das gerade dieser Hersteller seine Wurzel in einer Apotheke hatte.

Wie gut das es keine Zufälle gibt, oder?

, , , , , , ,

Keine Kommentare

Klebstoff-Auswahl-Verfahren bei industrieller Anwendung Teil 2

Nun kommen wir zu dem Teil des Themas, der uns Klebern am meisten Spaß macht. Hier geht es nun um die Frage: hat man eine Lösung im Produktportfolio?
Anbei unsere weitere Vorgehensweise. Nachstehende Fragen müssen geklärt werden:

Welche Fügeteilkombinationen liegen vor? (Details siehe Teil 1)

Im Vorfeld schauen wir uns die Klebefugen genauer an. Liegen Überlappungen oder Stoßklebungen vor? In den wenigen Fällen liegen bei Welle-, Nabe-, Rohr- oder Muffenklebungen sogar Drehbewegungen vor.

Sind die Klebeflächen plan oder müssen Unebenheiten ausgeglichen werden ?

Anschließend spielen die auftretenden Kräfte, die unsere Klebung belasten, eine entscheidende Rolle bei der Auswahl. Fixierklebung, nicht durch Kräfte belastet oder mechanische Belastung (Zug-, Zug-/Scher-,Druck- oder Torsionsbelastung).

Wie hoch sind die Kräfte m/m + max.?

In welchem Temperaturbereich wird das fertige Bauteil eingesetzt?

Hier hat man sich branchenweit auf nachstehende Werte geeinigt:

Tief-Temperatur            : -40° bis -10°C

Normal-Temperatur    : -10° bis 60°C

erhöhte Temperatur    :  60°bis 100°C

Hoch-Temperatur          : über 100°C (hier wird die Luft schon relativ dünn)

Zum Abschluß betrachten wir die Belastung durch Feuchtigkeit, Klima, UV oder andere chemische Einflüsse. Ist der ausgewählte Klebstoff den Anforderungen gewachsen?

Das war der Teil für die Kleber bei der Auswahl des Klebstoffes.

Zum Abschluß stimmen wir mit den Kunden noch die Fertigungsvoraussetzungen ab.

Dazu mehr in den nächsten Tagen.

Keine Kommentare

Klebstoff-Auswahl-Verfahren bei industrieller Anwendung

Viele Anrufer unserer Hotline haben bei der Auswahl des richtigen Klebstoffes Probleme. Oftmals werden hier private Erfahrungen, entweder praktischer Natur oder Empfehlungen aus dem Umfeld, mit den technischen Anforderungen der Industrie kombiniert und leider die Komplexität oftmals unterschätzt.

Nicht alles, was im Privaten funktioniert und den Ansprüchen gerecht wird (bei uns in der Gegend sagt man: “Schickt schon!”), hält den erhöhten Anforderungen einer Serienproduktion stand.

Um es zu Beginn etwas übersichtlicher zu gestalten möchte ich mich auf die wichtigsten Werkstoffe begrenzen. Sonderwünsche kann man uns kurz per Mail mitteilen. Wir helfen dann direkt weiter, oder bloggen später darüber.

Hauptfügeteile sind Metalle, Kunststoffe (Duromere-Thermoplaste), Glas, Keramik, Kautschukprodukte, Holz, sowie Pappe und Papiere. Wobei die Letzeren zu den einfach zu klebenden Fügepartnern gehören. Hier machen Zusatzanforderungen wie Lösen on demand, Kälteflexibelität und Eignung für Lebensmittelverpackungen die Kleberei schwierig.

Über Möglichkeiten der Verbesserung der Klebung durch unterschiedliche Oberflächen-vorbehandlung haben wir uns schon am Anfang unserer klebetechnischen Ausbildung ausgelassen. Wir gehen einfach von optimal vorbehandelten Oberflächen aus.

Zuerst klären wir die Fügeteileigenschaften ab.

Ist der Werkstoff hart/weich, verformbar /nicht verformbar, plastisch/elastisch sind die wichtigsten mechanischen Eigenschaften.
Die Löslichkeit bzw. das Anquellen durch verschiedene Lösungsmittel (meistens organisch) sowie die Beständigkeit sind entscheidend bei den physikalischen Eigenschaften. Ist die Oberfläche porös oder glatt bzw. welche Beschichtungen sind auf der Oberfläche vorhanden (Farben,Lacke, Zink,etc.). Nicht immer kann von einem festen Verbund ausgegangen werden. Als Folge ist oftmals ein Entfernen oder ein Primern nötig um eine definierte Öberfläche zu erhalten.
Wie hoch ist die Oberflächenspannung des Fügeteils? Kann eine ausreichende Benetzung sichergestellt werden.

Achtung:

Benetzung ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Verklebung.

Seltener spielt die Höhe der Wärmeleitfähigkeit oder die elektrische Leitfähigkeit eine Rolle. Die Geometrie der Fügeteile ist für die Verklebung schon entscheidender. Hier ist sowohl die Größe als auch die Form der Klebeflächen entscheidend. Hier gilt je grösser desto besser.

So, der Einstieg ist schon ziemlich lang geworden. Wir sollten eine kleine Pause einlegen und die Anforderungen an die Verklebung auf den nächsten Teil verschieben, der wird noch informativer.

Außerdem kleben bei der Temperatur die Finger an der Tastatur fest. Unabhängig von der Vorbehandlung.

:-)

Ende Teil 1

, , ,

Keine Kommentare



abdichten Acryl Blog-Aktion Butyl Butyl-Mastic Cabrio Caravan Caravan-Salon caravaning Corona Cyanacrylat Dekalin DEKAseal Dichten Dichtungsmasse abtupfbar Fachwissen Fotowettbewerb Fussball WM 2010 Fussball WM 2011 GHS GHS-Verordnung IFAM Industrieverband Klebstoffe Internet Kantenleisten klebegerecht konstruieren Kleben Kleber Klebstoff Klebstoff Auswahl Klebstoffe Klebstoffwörterbuch Kunst Lüftung Oberflächen-Reinigung Oberflächen vorbereiten Plastigum Reinigen reparieren Rund um den Caravan Sekundenkleber Umwelt Verdeck Wohnwagen Wohnwagen dichten