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Klebstoff-Lagerung – Tipps + Tricks vom Profi

Immer wieder rufen uns Kunden, gewerblich sowie privater Herkunft, an und möchten wissen ob der eingesetzte Kleber oder die gekaufte Dichtungsmasse noch in Ordnung sind bzw. wann Sie hergestellt wurde.

Lager- und Lieferzeiten

Klebstoffe besitzen eine begrenzte Haltbarkeit. Die Haltbarkeiten – oder Lagerzeiten – liegen je nach Material in der Regel zwischen einigen Monaten und zwei Jahren ab Herstelldatum (siehe Datenblättern). Durch die bedingten Transport- und Lagerzeiten bei uns ist in der Regel von einer ‘Rest’-Lagerzeit beim Händler von ca. 10 bis 20 Monaten auszugehen.

Unsere Produktpalette umfasst eine sehr große Zahl unterschiedlicher Materialien und Verpackungsformen. Darunter befinden sich sowohl gängige Produkte mit  großen Lagerumschlag aber auch Spezialitäten, die für Sonder-Anwendungen optimiert wurden und entsprechend seltener geliefert werden.

In der Regel liefern wir Ware, die noch eine möglichst lange Lagerzeit beim Kunden hat. Deshalb halten wir nur kleine Lagerbestände – insbesondere für Stoffe mit geringem Warenumschlag.

Mit den folgenden Lieferzeiten ist bei einer Bestellung bei uns  zu rechnen:

Lagerware: 3 Tage bis max.  1 Woche

Standard Produktionen: ca. 3 – 4  Wochen

Sonderanfertigungen: ca. 5 – 6  Wochen

Bitte beachten Sie, dass in besonderen Fällen die Lieferzeiten auch durchaus länger sein können als oben angegeben. Bitte fragen Sie deshalb im Einzelfall die Lieferzeiten für das entsprechende Material und die gewünschte Verpackungsform separat an.

Generell sind alle unsere Produkte chargengesteuert, d.h. wir können sowohl Produktions- als auch Abfülldatum an Hand eines Zahlencodes feststellen, aber wenn Sie bzw. Ihr Händler einige Regeln beachten und ab und an die Ware kontrollieren, haben Sie immer verarbeitbares Material in den Händen. Die meisten Produkte sind mindestens 24 Monate haltbar.

Viele Klebstoffe und Dichtungsmassen halten bei richtiger Lagerung wesentlich länger als wir Hersteller Ihnen garantieren. Einige unserer Produkte sind meiner Meinung nach sogar fast ‘unkaputtbar’, d.h. selbst Rückstellmuster aus unseren Anfangstagen vor gut 10 Jahren sind absolut in Ordnung und heute noch verarbeitbar. Nun zu den Tipps:

Wareneingang-Ausgang  bzw.  Lagerbedingungen

- Klebstoffe nach Vebrauchsmenge bestellen (frühzeitig mit Termin)

-Ältere Ware zuerst verarbeiten (first in – first out). Eingangsdatum vermerken und Gebinde sofort kennzeichnen

- Gebinde beim Eingang auf Beschädigungen überprüfen.

-Bei Dispersionen mit der Aufschrift ‘ Vor Forst schützen’ Kontrolle der Viskosität bzw. Frostfreiheit beim Wareneingang. Achtung: Die Zerstörung der Dispersionen beginnt schon bei ca. +3°C (Anomalie des Wassers)

- Temperatur des Lagerortes regelmäßig überprüfen. Optimale Lagertemperatur sollten  zwischen +10°C bis + 20°C liegen und ein Temperaturfenster  + 5°C bis +28°c nicht überschreiten (FROSTFREI)

-Lagerraum sollte trocken und dunkel sein

-Vorschriften wie Gefahrstoffverordnung, Wasserhaltshaltsgesetz und Betriebssicherheitsverordnung (vormals Verordnung über brennbare Flüssigkeiten) müssen eingehalten werden. Klebstoffe, die flüchtige Lösemittel enthalten sind mit Hinweisen ettiketiert und als Gefahrstoff eingestuft (Sicherheitsdatenblatt)

- Angebrochene Gebinde schnellst möglich wieder dicht verschließen. (Kennzeichnungsetikett nicht zerstören)

- Leihgebinde sofort säubern und auf ordnungsgemässe Rückführung achten

So nun sind Sie fit für die richtige Lagerung! Ist zwar länger geworden als ich Anfangs dachte, aber wir aber auch keinen Aspekt vernachlässigt. Toll,oder?

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Klebstoff aus der Steinzeit- wir schreiben Geschichte um, oder?

In der Gegend von Jülich wurde der älteste Klebstoff - nicht der älteste Kleber- gefunden. Bis vor kurzem ging man davon aus, daß das Kleben erst vor 45000 Jahren erfunden wurde und sein Einsatz oftmals  zufällig genutzt wurde.

Bei Ausgrabungen eines Lagerplatzes aus der Altsteinzeit wurden 83 Feuersteinklingen mit Resten von Birkenpech (der erste Allround Klebstoff der Welt) gefunden. Erste Analysen datieren die Fundstücke auf ca. 120000 Jahre. Mit diesem Klebstoff haben unsere urzeitlichen Kleber-Vorfahren schmale Steinklingen zusäzlich an die Speerspitzen gefügt um den Jagderfolg zu vergrössern. Eines der ersten Komposit-Geräte war hergestellt. Hier könnte sich die Automobilindustrie ein Beispiel nehmen, denn schon damals waren die gleichen Eigenschaften wie heute ausschlagebend.

Die Klebstoffe verleihen den fertigen Bauteilen höhere Steifigkeit, mechanische Festigkeit und Wärmeformbeständigkeit (siehe Industrieanzeiger 27/2008 Faserverbundstoffe). Interessant,oder?

Auch wenn die Entdeckung des Urzeit-Kunststoffes zufällig war, begeistern mich die damaligen Analysefähigkeiten, denn dieser Klebstoff ist nur unter Luftabschluss, bei hohen Temperaturen, aus Birkenrinde herzustellen. Auf Grund der grossen Menge der Fundstücke gehen die Forscher von einer Fabrikations-Stätte im RheinischenThissen aus. Selbst in archäologischen Fachkreisen werden diese Techniken als modern und als überraschender Leistungsbeweis für diese Zeit eingestuft.

Schade, diese Informationen hätte mein Junior am Jahresanfang bestimmt gut in seine Steinzeithausarbeit einbinden können

Für den Fall daß ich Sie neugierig gemacht habe oder Sie noch einen tollen Ausflug suchen, finden Sie weitere Informationen im LVR-Museum in Bonn. Zur Zeit ist unser Vorgänger-Klebstoff dort sogar Fundstück des Monats.

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Balsam für meine Seele

Diese Redewendung ist auch Ihnen bestimmt bekannt. Sie steht für die wohltuende Ruhe und Entspannung. Ausgehend von dem Geruch des Balsamharzes (das Wort stammt wahrscheinlich aus dem südarabischen Raum und bedeutet Wohlgeruch/Gewürz) nach den ätherischen Ölen seiner Herkunft (Kiefern + Pinien).

Leider sind die neuesten Nachrichten für unsere Branche kein Balsam für uns und unsere Kunden. Seit einigen Wochen verteuern sich schon unsere Naturrohstoffe. Die steigende Nachfrage der Industrie seit Beginn diesen Jahres und die zeitgleiche Missernte führen zu Preissprüngen von bis zu 400US-Dollar pro Tonne. Der sinkende Wechselkurs des Euro zum Dollar verstärkt diese Preisspirale nochmals. Ein Ende scheint nicht in Sicht.

Die Preis- und insbesondere die Versorgungssituation ist zur Zeit als äußerst kritisch anzusehen. Die Problematik schlägt voll auf unsere Kontaktklebstoffe (lösemittelbasierend) und auch einige Dispersionen durch. Diese Naturrohstoffe sind aus vielen unserer Klebstoffe nicht wegzudenken, da das Kolophonium (so nennen wir Balsamharz fachlich richtig) erheblichen Einfluss auf die Eigenschaften unserer Klebesysteme hat.

Diese Verknappung der Rohstoffe zwingt uns zu aufwändigen Ersatzbeschaffungen und langfristig zu einer Umformulierung unserer Klebstoffrezepturen. Beides ist leider zeit- und kostenaufwendig.

Das Positive zum Abschluß. Trotz aller Probleme werden wir, auf Grund unserer langjährigen Geschäftsbeziehungen, ausreichend Rohstoffe für Ihre Klebeanwendung im Hause haben.

Auch in Zukunft bleiben wir Ihr verläßlicher Partner ‘Rund ums Fügen und Kleben. Versprochen!

Vielleicht sollte ich aber das nächste Mal bei meiner Runde durch die Produktion einen kleinen Extrastopp bei den Harzrohstoffen einlegen. Vielleicht beruhigt das etwas meine Seele.

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Klebstoffeinteilung

In unseren Gesprächen mit professionllen Anwendern, als auch bei der Beratung der Endkunden tauchen bestimmte Fragen immer wieder auf. Die Beantwortung dieser Fragen wird durch einige Fachbegriffe und Strukturen bei der Einteilung in Klebstoffgruppen erleichtert. Dem Profi bringt dieses Grundwissen Vorteile und ein besseres Verständnis beim gemeinsamen Lösen seiner Füge- (Klebe-)Probleme. Für jemanden,der nicht täglich mit Klebstoffen zu tun hat, bringt dieses Wissen eine große Erleichterung bei der Klebstoffauswahl (u.a. im Baumarkt etc.).

Wir hoffen durch unsere grobe Einteilung der wichtigsten Klebstoffarten (es gibt noch einige mehr) den Klebern (Anwender) eine Unterstützung und Hilfe bei der Vorauswahl von Klebstoffen zu geben. Wir beschränken uns dabei auf die unterschiedlichen, grundlegenden Eigenschaften ohne dabei zu chemisch zu werden. Details und mehr Info’s folgen auf unserer Homepage mit den angeschlossenen Foren.

Obergruppen:

Lösemittel – Klebstoffe

Dispersions – Klebstoffe

Schmelz – Klebstoffe (Hotmelts)

Reaktions – Klebstoffe

Sekundenkleber (Cyanacrylate)

Haftklebstoffe

Haftvermittler (Primer)

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In den nächsten Tagen möchte ich Ihnen die Gruppen im Detail vorstellen unter dem Gesichtspunkt:
Mit welchem Klebstoff klebe ich was?

Bis dahin :-)

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Gute Zeiten – Schlechte Zeiten – Gute Zeiten

Nein wir spielen nicht in der RTL Soap mit. Aber als Unternehmen mit über 100 jähriger Klebstofferfahrung erlebt man schon so einiges.

Nach der Gründungt als DEKALIN Deutsche Klebstoffwerke (DKW 1907 in Hanau) begann eine ständige Weiterentwicklung von Leimen zu Klebstoffen und es folgte ein stetiger Ausbau der Geschäfte. Hochphase war in den ’60-’70-er Jahren als man bei der  Stiftung Warentest mit unserem Kontaktkleber DEKA-fix gleichauf mit Henkel (Pattex) getestet wurde und in der Folgezeit ein Hauptwettbewerber von Teroson (Henkel) war.

Leider entschied die damalige Geschäftsführung alsbald sich schwerpunktmäßig  mit der Automobilindustrie zu verbandeln und den Handel (Fachhandel) sowie die Endverbraucher außen vor zu lassen.
Die Quittung kam in Form von Methoden und Konzepten, die Manager wie Ignacio López (und andere Topsanierer) Ende der ’80-er in dieser Branche einführte. Die Folge war nach einigen hart umkämpften Jahren der Konkurs der Dekalin im Jahre 1995.

Es folgte ein Neustart mit Übernahme und Produktionsverlegung in die Niederlande. Im Mai 1997 erfolgte der Umzug der Technik und des Vertriebes ins benachbarte Maintal. Die traditionsbehaftete Produktionsstätte wurde aufgegeben und verfiel immer mehr. Einige Impressionen des Verfalls (u.a. schöne kunstvolle Bilder aus dem alten Labor) sind nun dokumentiert oder als Video eines anderen Beobachters zu sehen. Auch in der Presse war der Verfall ein Thema.
Ab 2006 ging es dann auch mit dem Betriebsgelände wieder aufwärts (bei uns Gott sei Dank schon seit 1999).

Nach jahrzehntelangem Verfall stehen nun Reihenhäuser, Einkaufsmärkte und Büros auf diesem Gelände. Nur das alte Verwaltungsgebäude (Denkmalschutz) erstrahlt in neuem Glanz.

Meine Geschichte bei DEKALIN begann erst nach dem Umzug nach Maintal. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Wir haben auch noch eine historische Broschüre gefunden, die wir gerade digitalisieren.

Als Unternehmer ist mir wichtig, aus den Erfahrungen der Dekalin-Vergangenheit (auch wenn es nur zu einem kleinen Teil meine Vergangenheit dort war), zu lernen. Und es gibt eine wichtige Erkenntnis:

auf schlechte Zeiten folgen wieder gute Zeiten :-)

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